GenCon Indy 2008 – Teil 2

Oktober 20, 2008

Samstag

Nach Frühstück bei Starbucks marschierten Jule und ich in die Ausstellerhalle zum Stand für Indierollenspiele. Dort trafen wir Ron Edwards, der uns am Tag zuvor zu einer Runde seines Spiels „Spione“ eingeladen hatte. Zum Spielen sind wir allerdings fast nicht gekommen, nachdem wir uns als Ostdeutsche zu erkennen gegeben hatten. Im Zuge der Entwicklung seines Spiels „Spione“ betrieb er so einiges an Recherche zu Agententätigkeiten während des kalten Krieges, wie er uns erzehlte. Dementsprechend war er gut über die Ereignisse z.B. während des Mauerfalls informiert und durchbohrte uns mit Fragen zu unseren Erfahrungen vor und nach dem Ende des kalten Krieges.

Schon anerkennenswert, wieviel Arbeit der Mann in sein Spiel gesteckt hat, zumal er nebenbei auch noch einen Vollzeitjob hat.

Nach einem kurzen Antesten des Spiels stellte ich mal wieder fest, dass meine Aufmerksamkeitsspanne für Erzählspiele einfach zu kurz ist. Wenn es nicht hin und wieder mal richtig knallt, fange ich schnell an, mich zu langweilen. Wer Erzählspiele und/oder Agententhriller mag, wird allerdings bestens bedient.

Anschließend bummelten wir noch durch die Ausstellerhalle und ich kaufte tatsächlich etwas. Am Pinnacle-Stand wurden „Weird Wars“ Miniaturen für 2 Dollar verscherbelt. Außerdem konnte ich ein paar handsignierte Drucke von Mark Poole erstehen, der unter anderem für viele Illustrationen von „Magic“-Karten verantwortlich ist.

Nachmittags hatte ich mich für eine Runde „Hollow Earth Expeditions“ eingeschrieben. Da ich bereits über das System gelesen hatte, wusste ich ungefähr, was mich erwartete. Und ich wurde nicht enttäuscht. Zur Systembeschreibung: In den 1930er Jahren wird entdeckt, dass die Erde innen hohl ist. Diese innere Welt wird von allerlei exotischen Lebewesen bewohnt, u.a. Dinosaurier. Die Nazis haben nun ein starkes Interesse daran, die Schätze dieser neuen Welt auszubeuten. Nazis, Dinosaurier und alles, was noch zu einem guten Pulp-Setting gehört, werden geboten. Besser geht’s nun wirklich nicht.

Die Spielregeln sind einfach und Kämpfe laufen sehr schnell und flüssig. Die inflationäre Vergabe von Aktionspunkten durch Spielleiter und Spieler als Belohnung für gute Ideen/“gutes“ Rollenspiel ist ein wichtiges Element des Spiels und hat mir gefallen. Nur durch Einsetzen einer Menge Aktionspunkte war es uns Spielern oft erst möglich, überhaupt was auf die Reihe zu bekommen. Ein super Spielleiter und super Spieler machten diese Runde zum besten Con-Abenteuer in den letzten Jahren, dem ich als Spieler beiwohnen durfte.

Anschließend gingen Jule und ich ins benachbarte Kino, um uns the „Clone Wars“ anzuschauen. Wir waren beide relativ erschöpft und wollten uns etwas ausruhen, und Star Wars ist ja nie ganz verkehrt. War es auch nicht. Viele Star-Wars Fans werden „The Clone Wars“ aus offensichtlichen Gründen hassen, ich mochte ihn allerdings, weil mir solches Krawallkino einfach gefällt. Ein Lichtschwertduell untermalt von Heavy Metal – das rockt.

Mit einem debilen Grinsen ging es dann gleich weiter zum nächsten Film, im Rahmen des GenCon-Filmprogramms wurde „Machine Girl“ gezeigt. Japanischer Sci-Fi-Splatter-Trash in der Tradition von „Versus“ und „Meatball Machine.“ Sehr unterhaltsam, auch wenn der Gestank von einem Teil der 50 Leute im Raum, die sich offenbar seit Beginn der Veranstaltung nicht mehr geduscht haben, definitiv störte. Für den nachfolgenden Film „Call of Ctuhlhu“ – der auch ein echter Knaller sein soll – war ich zu müde und begab mich alsbald zur Nachtruhe.

Sonntag

Ohne Frühstück und nur mit Kaffee von Starbucks fanden sich Joe und um 8.00 zum Höhepunkt der Highlander-Turniere, dem Masters Sealed Event, ein. Man bastelt sich ein Deck aus einem Starterpack und 4 Boostern, und wenn man seinen Kopf verliert, erhält der Gewinner alle Fähigkeiten des Besiegten, das sogenannte „Quickening“. Ich hielt bis zur dritten von fünf Runden durch, dann war die Rübe ab. Danach erledigten Jule und Joe noch ihre finale Einkaufsrunde in der Ausstellerhalle und dann fuhren wir nach Hause.

Fazit

GenCon hat gefetzt. Viel mehr gibt’s nicht zu sagen. Viele gute Spiele gespielt und nette Leute getroffen.

Schön auch, wieviele Leute aus Madison da waren. Oft lief ich in Leute, die ich auch in den Rollenspielläden in Madison regelmäßig sehe. Wenn es Zeit und Geld zulassen, werden wir wohl auch im nächsten Jahr wieder nach Indianapolis fahren.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: