GenCon Indy 2008 – Teil 1

August 25, 2008

Vom 14.08.2008 bis 17.08.2008 fand in Indianapolis, Indiana die GenCon Indy statt. Da wir nur ca. 550 km von Indianapolis entfernt wohnen, wollten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, an einer der größten Conventions dieser Art teilzunehmen. Laut Veranstalter haben 2008 ca. 80000 Leute teilgenommen. Um diese Zahl von Menschen unterzubringen, haben die Organisatoren das Indiana Convention Center im Stadtzentrum und die Tagungsräume sämtlicher angrenzenden Hotels angemietet. Das führte dazu, dass man schon mal 30 Minuten von einem Spielort zum anderen laufen musste. Dadurch kam man allerdings hin und wieder in den Genuss frischer Aussenluft.

Unsere Gruppe, die sich zur Anfahrt im Auto eingefunden hatte, bestand aus 4 Leuten: Joe – der zum ersten Mal seit 16 Jahren nicht für Wizkids, WotC oder Upper Deck arbeiten musste und damit Zeit zum Spielen hatte -, Mark – der an allen Tagen von 10.00 Uhr bis 0.00 Uhr als Schiedsrichter für D&D Minis-Turniere arbeitete -, Jule und ich. Gegen 18.00 Uhr kamen wir im Hotel an. Abends besorgten wir uns noch einige Tickets für Spielrunden und gingen mit ein paar Leuten aus Madison, die auch zur Con gekommen waren, essen.

Donnerstag

Den Morgen verbrachten wir damit, durch die große Verkaufshalle zu schlendern. Alles was man sich vorstellen kann in bezug auf Rollenspiele etc. konnte man dort kaufen. Da ich ein Geizhals bin, habe ich nicht viel gekauft. Jule war deutlich einkaufsfreudiger als ich.

Der nächste Programmpunkt war eine Runde Traveller. Wollte ich schon immer mal spielen, und da es ja von Mongoose vor kurzem wiederveröffentlicht wurde, schien mir der Zeitpunkt dafür günstig. Die Runde war mit sieben Spielern recht groß, was sich als Nachteil herausstellte. Wir sollten nämlich alle Charaktere erstellen. Da man bei der Chraktererstellung ständig in Würfeltabellen nachschlagen muss und nur ein Regelbuch vorhanden war, dauerte dies eine Weile. Das war nicht weiter schlimm, wir konnten uns alle gut gegenseitig unterhalten. Es führte nur dazu, dass nicht genug Zeit war, um das Abenteuer zu Ende zu spielen. Anmerkung: Die Charaktererstellung hat eine gewaltige Macke, der Charakter kann dabei sterben! Das ist zwar nicht übermäßig wahrscheinlich, trotzdem total bekloppt. Das Abenteuer war unterhaltsam, wer klassische Science-Fiction mag, und ich zähle mich dazu, wird gut bedient. Großer Kritikpunkt: der Preis. Ich habe mich ja bereits als Geizhals geoutet, aber 30$ fuer 190 Seiten mit schlichtem Layout ohne Frontillustration für ein Grundregelwerk mit weitestgehender Abwesenheit des Spielhintergrunds sind schon ein dickes Ding. Dass es auch anders geht, zeigt uns Palladium, die das 360 Seiten dicke Rifts-Grundregelwerk zum gleichen Preis mit buntem Bild vorne drauf anbieten.

Jule spielte eine Runde Legend of the Five Rings, die aber ziemlicher Mist war. Obwohl als Einführungsrunde angekündigt, setzte der Spielleiter substanzielles Vorwissen über das Spielsystem voraus. Darüberhinaus nahmen an der Runde auch Spieler teil, mit denen er wohl regelmäßig L5R spielte, die ebenfalls keine Rücksicht auf die L5R-unkundigen Spieler nahmen. Ich frage mich nun, was es bringt, mit seiner Spielgruppe auf eine Con zu marschieren und dort genauso vor sich hinzuspielen, wie man es zu Hause auch tut. Spielgruppen solcher Art habe ich aber auch schon auf anderen Cons gesehen. Idioten.

Am Abend hatte ich mich für ein Turnier des Highlander-Sammelkartenspiels angemeldet. Ich habe in Madison vor einer Weile angefangen, Highlander zu spielen. Man übernimmt die Rolle eines „Immortals“ und versucht, dem Gegenspieler so schnell wie möglich die Jacke voll- bzw. die Rübe abzuhauen. Die Zahl der Spieler in den USA ist relativ klein verglichen mit Magic, was den Vorteil hat, dass die Zahl der Hardcore-Spieler klein ist und man auch mit einem nicht perfektem Deck gute Chancen hat. Die Spielmechanik ist klar und übersichtlich, und die Dauer eines Spiels übersteigt selten 15 Minuten. Das Turnier am Abend sollte eigentlich das Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft am Sonntag sein. Da aber nur 8 Spieler teilnahmen und die Anzahl der Plätze für das Turnier am Sonntag 16 beträgt, waren alle Spieler automatisch qualifiziert. Gespielt haben wir natürlich trotzdem.

Freitag

Die erste Veranstaltung, die Jule und ich besuchten, war ein Seminar von Pinnacle Entertainment, die unter anderem für Kracher wie Deadlands, Weird Wars und das Savage Worlds Regelwerk verantwortlich zeichnen. Geleitet wurde die Veranstaltung von Pinnacle-Obermotz Shane Hensley. Er begann damit, jeden der Anwesenden einen Ort, Gegenstand und ein Genre aufschreiben zu lassen. Diese Begriffe würfelte er durcheinander und stellte dann den Pinnacle-Autoren, die auch auf dem Podium saßen, die Aufgabe, mit diesen Angaben ein Savage Worlds-Setting inklusive Helden- und Schurkencharakter sowie Kampagnenidee bis zum Ende des Seminars zu erstellen. Sehr lustig. Einer der Autoren bekam die Kombination „Airplane Hangar“, „Existential Horror“ und „Strawberry“ aufgedrückt und machte auch was Gutes draus. Danach gab es Neuigkeiten zum Unternehmen und neuen Veröffentlichungen sowie die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Freilich waren die meisten Sachen schon von der Webseite und dem Forum bekannt, unterhaltsam war es trotzdem.

Nach dem Mittagessen spielten wir eine Runde Zombie Rally. Zombie Rally ist ein Kartenspiel, dessen Ziel darin besteht, als erster Zombie vom Grab zum Ausgang des Friedhofes zu gelangen. Die Konkurrenten kann man nun mit allerlei Gemeinheiten wie dem Abreißen von Armen und Beinen daran hindern, zuerst im Ziel zu sein. Ich wurde zweimal Letzter. Unterhaltsames Spiel für zwischendurch. Bemerkenswert: man kann sich das Spiel als .pdf für schlappe 2$ herunterladen.

Danach ging es weiter mit einem Brettspiel, und zwar Tannhäuser. Zum Hintergrund: Nazis und Alliierte befinden sich seit 35 Jahren im Krieg. Beide Seiten haben Cyborgs und Psioniker und allerlei anderen okkulten Kram, um den Gegner plattzumachen. Jede Seite hat bis zu 5 Charaktere in einer Einheit, gespielt wird entweder im Deathmatch- oder Missionsmodus. Die Regeln sind einfach zu lernen, man hat sehr viele taktische Optionen und durch den Umstand, dass sich maximal 10 Figuren auf dem Brett befinden, bleiben die Dinge für Brettspiel-ADSler wie mich immer übersichtlich. Fazit: Gutes Spiel mit aufwendiger Gestaltung von Spielplan, Zubehör und Miniaturen.

Abends wurde dann wieder Highlander gezockt, diesmal ein anderes Format, Type 2 Standard Constructed. Ich schaffte es, Platz 2 zu belegen und war zufrieden. Enthauptet wurde ich nur von General Katana, welcher der Bösewicht im zweiten Kinofilm war.

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